Wer das Leben sucht, hat unweigerlich den eigenen Tod vor Augen. Bei einem Spaziergang über den Friedhof kommen uns zwangsläufig Gedanken über die eigene Vergänglichkeit. Auf dem Friedhof sind die Toten abwesend, beanspruchen aber dennoch ihre Präsenz. Hier werden wir an unser zukünftiges Fernbleiben durch den unweigerlich bevorstehenden Tod erinnert. Eine stille Mahnung der zeitlichen Begrenztheit unseres Daseins. Mit den oftmals historischen Anlagen und künstlerischen Grabsteinen kann der Friedhof aber auch ein Ort der Ruhe und Natur sein. Wo der Berührungspunkt zwischen Schönheit und Morbidität liegt und welche Anziehungskraft der Friedhof hat, diesen Fragen geht der Künstler in den 56 Arbeiten der Serie »Requiem« (2015-2017) nach. Jürgen Sobkowiaks Arbeiten sind nicht nur Ausdruck seiner persönlichen Auseinandersetzung mit der Endlichkeit, sondern auch eine Einladung an den Betrachter, sich mit dem Werden und Vergehen zu befassen. Seine Motive fand Sobkowiak auf alten Friedhöfen in Nordrhein-Westfalen. Die Aufnahmen mit teils harten Schwarz-Weiß-Kontrasten entstanden in der Herbstzeit und meist in der Dämmerung.
Requiem op. 52, 2017
Requiem op. 29, 2017
